30. Oktober 2011
Hoch, runter, hoch, runter – Leben ist ständiges Achterbahnfahren. Keine Chance, den Schalter umzulegen und für einen kleinen Moment zu verweilen, wenn man gerade dem Himmel ganz nah zu sein scheint. Im Moment glaube ich, dass der Betreiber dieses leidigen Fahrgastgeschäfts etwas verstimmt ist und größten Spaß daran hat, seine zweifelhafte Adrenalinsause im Tal zu belassen, nur um die Mitfahrenden wieder auf mehr Demut und Fatalismus zu programmieren. Warum ich so hadere? Filou wird vermisst! Der Freigänger aus der Nachbarschaft ist nicht wieder heimgekommen, hat nicht mehr auf die abendlichen Lockrufe seiner Zweibeinerin reagiert. In einem Aushang wird gefragt, ob irgendjemand den schwarzen Kater mit weißem Latz und rotem Halsband kürzlich sah oder ob man ihn eventuell als Findelkind annektiert Schrägstrich adoptiert hat. Gleichzeitig wird sorgenvoll darauf hingewiesen, auch Keller und Garage zu inspizieren – nur für den Fall, der Streuner war auf riskanter Entdeckertour und wurde dabei versehentlich eingesperrt. weiterlesen »
16. Oktober 2011
Schlaf muss sein, auch wenn mein sonstiges Leben selbstredend aus Abenteuer besteht. Nicht von ungefähr gehe ich absolut d’accord mit dem St. Erpelsburger Comic-Helden Darkwing Duck, dessen Motto stets lautet: „Zwo, eins, RISIKO!“. Doch auch Darkwing Duck, der leider im heutigen Kinderprogramm weit hinter Spongebob und Bernd dem Brot rangiert, musste zwischen seinen Heldentaten schlafen, um sich zu regenerieren. Zu regenerieren ist übrigens erstklassiger Superheldenjargon. Es ist also zu vermuten, dass sich auch ein noch so kurzes Sekundenschläfchen mitten im Duell mit Bösewicht Megavolt negativ auf Darkwings Erfolgsbilanz ausgewirkt hätte. Dies als kleiner Exkurs in die Superheldenkunde, ich brauchte gerade eine besondere Einleitung. Wenn es euch nicht interessiert, dann streicht den nie um einen Spruch verlegenen Enterich („Ich bin der Piranha in deinem Zierfisch-Aquarium!“) wieder aus dem Gedächtnis. Denkt also jetzt bloß nicht an einen roten Elefanten. Woran denkt ihr?
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28. August 2011
Es gibt Wohnungskatzen und Freigänger. Die Mietze und ich sind der Kategorie Wohnungskatze zuzuordnen, die manchmal auf dem Balkon Frischluft genießen dürfen. Wir haben uns mit diesem Schicksal abgefunden, da zumindest der Wohnbereich eine anständige Größe vorweist, die uns das gegenseitige Ignorieren nicht völlig unmöglich macht. Umso schöner ist dann ja auch das Wiedersehen, wenn man sich nach einem heftig ausgetragenen Disput einige Stunden nicht im Blick hatte und sich in dieser Zeit als alleiniger Herrscher über Wohnraum und Inventar fühlen durfte. Unter anderem sind wir unterschiedlicher Meinung darüber, wem nun die gemütliche Bastkiste im Wohnzimmer als Schlafstätte dienen darf. Hier ist bisher trotz vielfacher Diskussionen keine Einigung zu erzielen gewesen und ich schätze, es wird wohl irgendwann auf einen Vergleich hinaus laufen. Muss unbedingt noch eine gute Rechtschutz abschließen. weiterlesen »
3. Juli 2011
In der Wohngemeinschaft mit den Zweibeinern können wir Katzen im Grunde tun und lassen, was wir wollen. Wir genießen quasi Narrenfreiheit bei unseren Besitzern, pädagogische Erziehungsregeln fruchten leider so gar nicht. Nicht, dass wir beratungsresistent wären, ich weiß prinzipiell schon, was richtig und was falsch ist. Nur muss ich diese Weisheit ja nicht an meine Zweibeiner weitergeben, die würden dieses Feld sonst stetig weiter bestellen wollen. Darauf habe ich schlichtweg keine Lust, lebt es sich doch wesentlich stressfreier, wenn man das unverbesserliche Nesthäkchen ist, bei dessen Erziehung Hopfen und Malz verloren scheint. Schüre keine Erwartungen und du kannst nicht (mehr) enttäuschen. Bin ich nett oder bin ich nett? weiterlesen »
22. Mai 2011
Es ist kein Geheimnis, dass Wohnungskatzen gern an Zimmerpflanzen nagen und in stoischer, fast meditativer Kleinarbeit deren feine Blätterspitzen bis zur Unkenntlichkeit verstümmeln. Die Gründe hierfür sind vielfältig. In erster Linie wird den Stubentigern natürlich eine Anregung ihrer Verdauungstätigkeit nachgesagt, schließlich können sie sich nicht wie der beneidenswerte Freigänger nach Belieben an Wiesengräsern, Sträuchern oder Gänseblümchen bedienen. Zumindest herrscht darüber Konsens in den zahlreichen Ratgebern, die sich in den Regalen der Katzenbesitzer stapeln. weiterlesen »